Hölstein

Informationen zur Kapelle in Hölstein

Kapelle Hölstein – Fahren die Bagger auf oder erhalten wir uns einen Raum der Stille, der Spiritualität und sprudelnden Lebens?

 

Zeit bringt Veränderung, Menschen werden älter, Ideen wandeln sich, Konfession und Glaube verlieren an Bedeutung. Um Spiritualität und religiöse Gefühle zu leben, braucht es heute für viele Menschen keine Kirche mehr. Was bleibt, ist der dauernde Wandel.

Vor fast 60 Jahren war es den Katholiken in Hölstein ein Bedürfnis, unter vielen Opfern eine Kapelle zum Gebet und zum Gottesdienst zu bauen, viele wurden in ihr getauft, andere zu Grabe getragen. In der Zwischenzeit ist die achteckige Kapelle zum Wahrzeichen Hölsteins geworden. Wer von der Autobahn her ins Dorf fährt, weiss, wenn er sie sieht, ist er angekommen.

Heute steht sie häufig leer. Kaum eine Handvoll Katholiken besucht die seltenen Gottesdienste, regelmässig findet nur das Taizégebet statt, das reformierte Kirchengängerinnen mit Hilfe beider Pfarreileitungen organisieren und häufig viele Gläubige unterschiedlicher Konfession zu einer stimmungsvollen Stunde vereint.

Die grosse Kirche der kath. Kirchgemeinde Waldenburgertal steht in Oberdorf. In Zeiten, in welcher die personellen und die finanziellen Ressourcen knapp sind, zwingen die Umstände die Verantwortlichen der Kirchgemeinde Prioritäten zu setzen. Vor wenigen Jahren hat der Kirchgemeinderat orientiert, man diskutiere aus haushälterischen Überlegungen heraus die Kapelle Hölstein aufzugeben. Eine Lobby, welche sich vehement für den Erhalt der Kapelle einsetzt, hat sich bis heute nicht formiert.

Lassen wir also ein Wahrzeichen abreissen oder an den Bischof von Basel übergeben, wie es die Stiftungsurkunde vorsieht, eine Kirche aufgeben, nicht weil ihre Reparaturen unbezahlbar werden, sondern weil sie  nicht mehr Lebendigkeit ausstrahlt, weil sie ihren ureigentlichen Sinn verliert und verstaubt?

 

Lässt sich die Kapelle mit neuem Leben füllen?

Aufgegebene Kirchen werden als originelle Schlafstellen touristisch vermarktet, in Wohn- oder Büroräume umfunktioniert oder als Lagerhallen aufgekauft. Damit der Kapelle dieses Schicksal erspart bleibt, möchte der Kirchgemeinderat die Kapelle öffnen, für andere Glaubensbekenntnisse, für andere Gruppierungen, Vorträge, Musikanlässe, Diskussionen, Spiele, Tänze, Ausstellungen, für alles, was Platz hat und sich mit einem Gottesraum verträgt. Die Kirche muss keine verstaubte Angelegenheit sein, sie kann zu einem Hundertwasserhaus werden, einen Farbklecks bilden, ein Gebäude, das allen offen steht. Es kann ein Experimentierraum sein, der dem Wandel der Gesellschaft nach Spiritualität, losgelöst von einer Konfession oder Ideologie, Rechnung trägt oder auch ein Ort der Stille für alle Menschen ist.

Wer Lust und Ideen hat, dieser Kapelle neues Leben einzuhauchen, ist eingeladen mit dem kath. Pfarramt oder mit dem Kirchgemeinderat Kontakt aufzunehmen, seine Ideen oder Vorhaben anzumelden. Am Donnerstag, 10. März findet um 19.30 Uhr im Pfarreisaal in Oberdorf eine Forumsveranstaltung statt, in welcher auch diese Fragen zur freien Diskussion stehen.                                                Stephan von Daeniken